Vor mehr als 20 Mio. Jahren waren die Vorfahren der heutigen
Straussen innerhalb eines weiten Gürtels, der sich von Spanien entlang
des nördlichen Mittelmeerrandes bis nach China erstreckte, verbreitet. Erst vor
etwa einer Million Jahren emigrierten Straussenpopulationen nach Afrika.
Die menschliche Wertschätzung des Strausses und seiner
Produkte ist seit 7500 Jahren dokumentiert. Der erste von Menschenhand
gefertigte Beweis für die Existenz von Straussen ist eine Felsmalerei in der
Sahara (rund 5500 v. Chr.). In Europa wurden durch Kaiser Barbarossa (1125 bis
1190 v. Chr.) erste Zuchtversuche dokumentiert.
Erste Nachwuchserfolge gelangen 1857 in Algerien und kurz
darauf auch in Florenz. Zur selben Zeit begann man in Südafrika ernsthaft mit
der Straussenzucht. Sehr bald wurde die Kapregion «Karoo um Outshorn» das
Zentrum einer Straussenindustrie. Diese verbreitete sich auf Grund des
Federnexportes, damals ein beliebtes Modeaccessoire, ab 1870 explosionsartig
auch nach Europa.
Arthur Douglass, aus der Kap-Provinz, erfand 1869 den Petroleum-Straussenbrüter.
Die Straussenzucht erreichte ihren Höhepunkt um 1913, entwickelte sich danach
jedoch infolge Ausbruch des Ersten Weltkrieges und schlechter Wirtschaftslage rückläufig.
Erst 1960 begann man in Afrika wieder mit der Aufzucht von
Straussen, doch waren Leder und Federn der Tiere immer noch begehrter als das
Fleisch. Erst zu Beginn der 70er Jahre entdeckte man die gute Qualität des
Straussenfleisches und begann dieses zu vermarkten. Übrigens – das erste
Fleisch, welches Afrika verliess, landete in der Schweiz. Und mittlerweile (seit
1972) konsumieren die Schweizer weltweit am meisten Straussenfleisch.
Heute werden auf sämtlichen Kontinenten und unter allen
klimatischen Bedingungen erfolgreich Straussen gezüchtet. Ohne diese
Domestizierung wären die Straussen heute wahrscheinlich vom Aussterben bedroht.
|
|
Die wichtigsten Merkmale der
Straussen
|
|
Alter
|
Bis 70 Jahre
|
|
Geschlechtsreife
|
Männchen mit 3-4 Jahren
Weibchen mit 2-3 Jahren
|
|
Fruchtbarkeit
|
Bis 40 Jahre
|
|
Gewicht
|
Etwa 100-150 kg bei einer Grösse bis
zu 2,5 m
|
|
Laufgeschwindigkeit
|
Bis 70 km/h
|
|
Legeleistung
|
30-50 Eier pro Jahr (in der Schweiz
manchmal bis 100 Eier)
|

Paarungszeit |
Lege-Saison
|
März bis Oktober
|
|
Lege-Intervall
|
Jeden 2. Tag
|
|
Gewicht der Eier
|
ca. 1300-1700 g (entspricht etwa 24 Hühnereiern)
|
|
Brutdauer
|
42 Tage
|
|
Nahrung
|
Kraftfutter, Gras, Heu,
Silage
|
|
Schlachtalter
|
14-16 Monate, bei einem Lebendgewicht
von etwa 100 kg
|
|
Schlachtausbeute
|
rund 30 bis 40 Prozent
|